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   10.11.16 10:00
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Weniger ist METAL!

Es ist schon einige Jährchen her, als mein Schatz mir eine tolle Band aus Frankfurt vorstellte, die sie durch einen Onlinebekannten kennen lernte – dieser „Bekannte“ ist kein geringerer als der Veranstalter des Taunus Metal Festivals, wo besagte Band „Elvenpath“ auch schon aufgetreten sind.
Die Frankfurter Jungs spielen astreinen kernigen Powermetal und sind Live normalerweise nur in ihrer Region unterwegs.

Zum Ende ihrer diesjährigen Tour mit Skyclad allerdings traten sie nun also in Hamburg auf – in einem kleinen Schuppen namens „Rock Cafe“ den es nun auch schon seit 23 Jahren dort gibt.
DAS liessen wir uns nun natürlich nicht entgehen!

Also brachen wir – um erwartete Verspätungen auszuschliessen – SEHR zeitig auf – schon um 16 Uhr, denn zuvor wollte ich noch beim Doc vorbei und meine Augentropfen abholen, die mir ausgegangen waren.
Als dies recht schnell erledigt war brachen wir dann endlich auf – und diesmal waren wir gerüstet!
Schatzis Kollegin borgte uns ihr Navi – so waren wir schon mal was den Weg durchs labyrinthische Verkehrsnetz innerhalb Hamburgs anging auf der sicheren Seite.

Die Hinfahrt gestaltete sich dann auch – inklusive kleinem Burger-Stop – angenehm unbeschwert und nach kleiner Parkplatzsuche erreichten wir rechtzeitig unser Ziel – auf dem Weg zu fuss vom Auto zum Rock Cafe fing uns aber ein Gleichgesinnter freundlich ab.
Seiner Aussage nach war noch immer Soundcheck, weshalb sich die Einlass-Zeit um 30 Minuten verschieben sollte.
Hmmm – da sich nun inzwischen der Burger offenbar durch meine Eingeweide gewunden hatte kniff mich unsanft mein Darm und wir beschlossen, ein wenig umher zu gehen – unser Ziel war Los Pollos... ääähhhh... ein KFC auf der anderen Seite der Hauptstrasse.
Nach einem Besuch auf dessen beklemmend kleiner Kackzelle und einem entsetzten Blick auf die Wucherpreise beim raus gehen war mir eines bewusst:
Nicht nur Tankstellen in Hamburg mobben ihre „Opfer“ mit einlagigem Toilettenpapier -.-

Auf dem Rückweg zum Rock Cafe prallte noch eine tumbe Beleidigung eines am Strassenrand hockenden Punkers an mir ab wie ein Wattebausch vom Terminator die in etwa so klang:
„Hey kleiner, gibt es was Grosses?“
Erklärungen bitte an die Mail Adresse slaine-interressiertsnicht@scheissegal.com.
Nun standen wir also endlich vor der verschlossenen Eingangstür unseres Zielbestimmungsortes.
Neben uns ein weiteres Pärchen und der werte Kollege der uns bereits begegnet war, und über die Missstände aufgeklärt hatte.
Es wurde dunkel und vor allem KALT.
Menschen latschten durch die Tür ein und aus – auf die Frage ob schon Einlass wäre kam aber ein „Nein“.
Die Zeit verstrich, sturzbetrunkene Gestalten pumpten uns vergebens um einen Obolus oder Sargnägel für ihre Lungen an, und mir wurde immer kälter, denn unter der Kutte Trug ich nur ein M-O Shirt.
Meine Nase triefte ohnehin schon den ganzen Tag wie der Schritt einer Pornodarstellerin auf Jobsuche – da war DAS jetzt echt nicht hilfreich.

Dann ENDLICH wurde uns Einlass gewährt und das Rock Cafe wurde geentert.
Ich war ein wenig überrascht, sah der Schuppen doch angenehm mehr „Metal“ aus, als der Name annehmen liess.
Totenköpfe aus Chrom – oder kunstvoll gezeichnet – verzierten die Wände und hinterm Tresen befand sich sogar der riesige Schädel von Gevatter-Godzilla-Tod persönlich... oder so.
Der Laden füllte sich dann reichhaltig.... mit 19 Personen – wir mitgezählt...

Wir nahmen an der Hinterseite des Schuppens erst mal Platz – dies war aber auch gerade mal so weit von der Bühne entfernt, dass ich mit wenig Mühe aus dem sitzen hätte ans Drumkit rotzen können.
Maximal 10 Meter – mehr war da nicht.
Aus dem Hintergrund lief die ganze Zeit melodischer Metal den wir absolut niemals identifizieren konnten – nicht nur weil der Bass WESENTLICH zu hoch eingestellt war...
Es verstrich eine ganze Weile in der unser Kollege von draussen uns auf Elvenpath ansprach – er selbst war offenbar eingefleischter Skyclad/Folkmetal Anhänger und konnte mit der Powermetaltruppe wohl nicht viel anfangen.
Nachdem er sich noch drüber beschwerte, dass auf den herumliegenden Elvenpath Flyern nirgends Skyclad abgebildet war, hatten wir erst mal ruhe und knabberten die Kartoffelchips, die man uns gratis vor die Nase gestellt hatte.

Dann erschien ein sympathischer junger Mann mit kahlem Kopf und Kinnbart direkt vor unserem Tisch und begrüsste uns mit freundschaftlichem Handschlag – es war Till Oberboßel – seines Zeichens Gitarrist von Elvenpath – der uns wiedererkannte – und dies obwohl ein Kontakt bisher nur über Facebook statt fand.
Dies freute uns sehr und machte die ganze Truppe sogleich noch sympathischer

Etwas später ging es dann endlich los und mein Schatz und ich waren mal wieder die „mutigsten“ im „sich der Bühne nähern“.
Elvenpath legten auf der viel zu kleinen Bühne los mit ihrem coolen Song „Moria“ und sofort wurde eines deutlich: Hier haben wir eine Band vor uns, die ihre Musik mit Herz und Seele LEBT!!!
Dies trifft vor allem auf den Shouter Dragutin Kremenovic zu, dem man mit jeder Geste und jeder Bewegung förmlich ansah, wie seine Gesangsleistung jede Faser seines Körpers durchströmt und jeden Winkel seiner Seele ROCKT – ein atemberaubender Anblick, den ich in dieser Form noch bei keinem anderen Metalshouter gesehen habe.
Trotz des teils etwas schwachen Sounds thronte seine Stimme vor allem in den höheren Lagen gottgleich über dem Geschehen – Wahnsinn!!!
Auch der Rest der Band war sehr aktiv, animierte uns kleinen Haufen gekonnt zum mitmachen und suchte auch den Kontakt zu den Fans! So sprangen sowohl Till als auch Dragutin mal von der Bühne und letzterer reichte meiner Liebsten und mir sogar freundschaftlich die Hand...
Gefolgt von den beiden flotten Titeln „For Our Liverty“ und „Into The Future“ gab es noch den Knaller „Priests of War“ und nach der totalen Elvenpath Hymne „Metalwar“, die man einfach mit-brüllen MUSSTE. verabschiedete sich die Truppe leider auch schon.
Es war SEHR kurz – aber es war VERDAMMT genial – als kleines Highlight im letzten Titel hielt Dargutin mit seiner genialen Stimme gefühlte zwei Minuten lang einen Ton und wurde dabei immer roter am Kopp – als ich schon glaubte, er wurde gleich zusammenbrechen, verstummte sein genialer Schrei und er rockte ungehemmt weiter.
Holy Hell wie sollten Skyclad DAS denn gleich noch toppen?
Nun – gar nicht – aber dazu gleich...

Erst gab es eine kleine Pause in der unser Kollege von draussen uns erneut aufsuchte und unterbreitete, die Band war „gar nicht so schlecht“ nachdem er uns fragte wie weit wir „dafür“ nun hergefahren sind...
Meine Süße hatte sich von der Stage noch den Setlist Zettel gemopst und las nun auf dessen Rückseite das Angebot vom Merchandise Stand – dort war auch die CD der Band „Lucid Dreaming“ gelistet. Dies ist ein Projekt von Till und ganz aktuell erhältlich. Mit 12 Euronen enterten wir nun also besagten Stand und sie ergatterte sich ein Exemplar.
Wieder drinnen warteten wir noch eine Weile und dann traten Skyclad auf... und es war so rein GAR nicht das, was wir uns dachten.
Recht bierernst spielten die – durchaus versierten und mit grossem Können gesegneten – Musiker ihre Titel, tranken zwischendurch Wein aus einem Weinglas und einzig die Dame an der Geige die zuvor bei Elvenpath einige Schritte neben uns das Haupthaar geschüttelt hatte war uns sympathisch.
Als der Sound bei Song Nummer 4 (wir erkannten keinen einzigen Titel der gespielt wurde wieder) unerträglich sägewerk-like laut aus den Boxen dröhnte, dass es fast schmerzte, hiess es: Time to Leave!
Da wir beide nun nie die riesen Skyclad Jünger waren, die Band zwar durchaus mögen, aber sie halt nicht wirklich zu unseren „Helden“ zählt, war dies leicht zu verschmerzen, denn das Highlight des Abends lag definitiv hinter uns.
Am Merch Stand trafen wir dann noch den erstaunten Till dem wir dann gestanden, wie wir zu Skyclad stehen, und mit dem wir noch ein paar freundliche Worte wechselten.
Dann verabschiedeten wir uns und meine Süße Mel wurde von ihm sogar mit einer herzlichen Umarmumg geknuddelt
Den Kopf voller wunderbarer Eindrücke streiften wir dann auf der Strasse an einem Typen vorbei der sich offenbar gerade selbst anzünden wollte – jedenfalls verbrannte er etwas das erst wie ein Molotow Cocktail aussah, sich dann aber offenbar als Blatt Papier entpuppte.
Dann erreichten wir den Wagen, stiegen ein und fuhren los.

Ich kaute einen Schokoriegel, trank Coke und motzte noch über den Vollidioten der MITTEN auf der Fahrbahn mit einem Skateboard IN Fahrtrichtung vor uns fuhr, Schatzi hatte die ergatterte Lucid Dreaming CD in den Player geworfen und die Rückfahrt über genossen wir dann dieses wunderbare Seitenprojekt des guten Till, das mit zahlreichen Gastmusikern aufwartet (Jutta Weinhold, der Shouter von Dragonsfire, etc.).
Ein würdiger Abschluss für einen kleinen aber feinen Metalabend ganz im Zeichen des Sprichwortes:

Weniger ist Mehr,
denn weniger ist METAL!!!
1.11.13 01:22
 



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